© Design Hartl Torsten , Stand 04.2018
Döllnitzer Storchencam im Saalekreis
Der Weißstorch - Informationen über den Storch
Störche: Jetzt kommen sie aus Afrika zurück Jedes Jahr im Herbst nehmen die bei uns lebenden Weißstörche einen weiten Weg und vielerlei Gefahren auf sich, um die kalten Monate im Warmen zu verbringen. In großen Trupps fliegen sie Tausende von Kilometern bis nach Südafrika. Spätestens Ende April kehren alle, die den anstrengenden Flug überlebt haben, zu uns zurück. Die Winterquartiere der meisten Störche liegen in den unterschiedlichen Regionen Afrikas. Manche Tiere bleiben jedoch schon in Spanien hängen, wo sie bei milder Witterung auf Mülldeponien genügend Nahrung finden. In welchem Gebiet sich die ziehenden Störche genau niederlassen und welche Flugroute sie bevorzugen, hängt vor allem damit zusammen, in welchem Teil Deutschlands sie leben. Auf zwei Routen nach Afrika Es gibt zwei Strecken, auf denen die Stelzbeine mit dem roten Schnabel ihren weiten Weg ins Winterquartier zurücklegen. Ab Ende August brechen sie entweder Richtung Westen oder Richtung Osten auf. Die so genannten Westzieher dazu gehören unter anderem die südwestdeutschen Störche nehmen den Weg über Frankreich, Spanien und Marokko, bis sie ihr Ziel südlich der Sahara, zwischen Senegal und Tschad erreichen. Das sind jedes Jahr etwa 35.000 Vögel. Klare Priorität hat aber die Oststrecke. Ca. 75 Prozent der in Deutschland lebenden Störche die so genannten Ostzieher machen sich über Ungarn, die Türkei, den Libanon, Israel und Ägypten auf bis nach Kenia. Finden die Störche in Ostafrika nur wenig Nahrung, ziehen sie weiter und erreichen schließlich sogar die Kap-Provinz, den südlichsten Zipfel des afrikanischen Kontinents. Kaum zu glauben: 10.000 Kilometer haben die Vögel bis zu diesem Zeitpunkt zurückgelegt, und die selbe Strecke gilt es auch heimwärts zu bewältigen! Lebensraum Savanne Der wichtigste Lebensraum der Störche in Afrika sind die Savannen, in denen sie zwischen Giraffen, Elefanten und Zebras nach Nahrung jagen. Meist erbeuten sie Heuschrecken und Insekten, in den Sumpfgebieten sind Frösche und Fisch ihre bevorzugten Jagdobjekte. In Südafrika haben die Störche Luzernefelder als perfekte Nahrungsquelle entdeckt. Dort verspeisen sie die in Massen auftretenden Raupen des Luzerneschmetterlings und helfen damit den ansässigen Bauern auf natürliche Weise bei der Schädlingsbekämpfung. Gefahren lauern überall Leider gelingt es einem Großteil der Störche nicht, das Winterquartier unversehrt zu erreichen bzw. wieder nach Deutschland zurückzukehren. Auf ihrer Reise sind sie wie auch andere Zugvögel einer Vielzahl von Gefahren ausgesetzt. In Ländern wie dem Libanon werden viele durchziehende Vögel von schießwütigen Jägern getötet. Riesige Wüstengebiete müssen überquert werden und ungünstige Winde können Storchtrupps in lebensfeindliche Gebiete verwehen, wo Nahrung und Wasser knapp sind. Auch Stromstöße von Oberleitungen und giftige Düngemittel können den durchziehenden Schwärmen zum Verhängnis werden. Kraftsparende Flugtechnik Im Februar machen sich die Störche wieder auf den Heimweg in ihre europäischen Brutgebiete, wo sie zwischen März und April eintreffen. Die langen, kräftezehrenden Strecken können sie nur überwinden, weil sie sich eine raffinierte Flugtechnik angeeignet haben: in den warmen Festlandwinden schrauben sie sich nach oben, um sich dann wieder nach unten gleiten zu lassen. So sparen sie Energie beim Fliegen. Viele schaffen den aufreibenden Kraftakt trotzdem nicht. Vom Aussterben bedroht Die Verluste während des Zuges sind jedoch nicht ausschlaggebend dafür, dass die Zahl der Störche bei uns immer mehr zurückgeht. Vielmehr machen ihnen die schlechten Lebensbedingungen in ihren Brutgebieten zu schaffen. Um den Weißstorch vom Aussterben zu bewahren, ist er seit 1979 durch die so genannte Bonner Konvention, ein internationales Artenschutzabkommen, geschützt. Nachwuchs im Frühjahr Die Störche, die heil aus dem Winterquartier zurück sind, widmen sich gleich nach ihrer Heimkehr der Nestpflege. Die Nestmasse muss aufgelockert und für den bald zu erwartenden Nachwuchs hergerichtet werden. Nach der Begattung legen das Weibchen mehrere Eier, aus denen nach etwa 32 Bruttagen kleine Storchenküken schlüpfen. Zwei Monaten später sind sie flügge, doch die Kleinen bleiben noch eine Weile länger im Nest. Krafttanken, für den langen Flug nach Afrika im Spätsommer! Nic 17.04.2003 / Vol. 2, A. Bühling, Illustration(c) Tessloff Verlag.
Weißstorch-Steckbrief Wissenschaftlicher Name: Ciconia ciconia Familie: Störche Größe: 110 cm Gewicht: 4500g Flügelspannweite: 220 cm Brutzeit: März bis Juni Brut: 1 Jahresbrut Anzahl der Eier: 2-5 Eier Brutdauer: 32 Tage Nestlingsdauer: 60 Tage Nahrung: Frösche, Stare, Mäuse, Insekten Alter: Lebenserwartung 25 Jahre Zugvogel: Ja Liste der Feinde: Rotmilan, Kolkrabe, Seeadler, Krähen, Marder, Mensch Merkmale: Roter dolchartiger Schnabel, schwarz weißes Gefieder, lange Beine